Das Garagendach unserer Mietwohnung war nicht sonderlich schön anzusehen. Vom Garten und auch vom Fenster im ersten Stock fiel dieser Umstand gar nicht auf. Doch vor zwei Jahren wählte ich einen Stehschreibtisch am Fenster als Arbeitsplatz. Nun offenbarte sich der Blick auf die unschöne, graue Fläche aus Dachpappe. Die erste Idee, die Kinder mit Farben auszustatten und das Dach als Leinwand freizugeben, wurde aber verworfen. Es war doch zu erwarten, das nach dem ersten Regenschauer nur noch ein paar Farbkleckse auf der Dachpappe übrig bleiben würden.

Eine Begrünung des Daches sollte her, die mit verhältnismäßig geringem Aufwand gepflegt werden kann. Hierfür eignen sich eine Reihe von Steingarten- und Trockenmauerpflanzen und schnell fiel die Wahl auf die Fetthennen, die oft als Sedum bezeichnet werden. Dieser Gattung werden über 300 verschiedene Arten zugeordnet, z.B. der Scharfe Mauerpfeffer oder die Felsen-Fetthenne. Diese Arten sind an Standorte mit einer geringen Substratschicht und dadurch geringem Nährstoffangebot angepasst. Sie sind auch weitgehend resistent gegenüber Trockenperioden, da sie Wasser meist in den dickfleischigen Blättern speichern können. Zudem werden Sedumarten in der Blütezeit gerne von Insekten besucht und stellen somit als Bienenweide im Spätsommer ein zusätzliches Futterangebot dar.

Wir entschieden uns dafür, ein paar Tröge aufzustellen. Ein paar wetterfeste, aber wasserdurchlässige Körbe wurden innen mit einer Drainagefolie ausgekleidet. Diese dient als Wurzelsperre und hält die Erde zurück, wohingegen das Regenwasser ablaufen kann. Zur Verschönerung umkleideten wir die Körbe außen mit Jute. Danach erfolgte das Einfüllen des Pflanzsubstrats und die von der Lieblingsgärtnerei empfohlenen Pflanzen erhielten ihre neue Heimat.

Zwei Jahre stehen die Sedumkörbe nun auf dem Dach und sind seitdem mehr oder weniger sich selbst überlassen. Ein paar Birken- oder Löwenzahnpflänzchen störten, aber gegossen oder gedüngt wurde bislang noch nicht. Das Wetter hat etwas an der Juteummantelung gearbeitet, aber dennoch ist das Garagendach nun bunt und schöner anzusehen – auch vom Garten aus.