In unserem Garten erfreuen wir uns nicht nur an Honigbienen oder Erdhummeln. Bevor das mit dem #GermeringerHonig begann, schmückten schon einige als Wildbienenhotel umgebaute Vogelhäuschen die Bäume und Mauern.

Es dauerte ein paar Monate, bis wir bei bestem Flugwetter pelzige Bienen an den Schilfröhrchen des Wildbienenstocks beobachten konnten. Daher möchten wir hier hier etwas über das Leben der anderen Bienen am Beispiel der Gehörnten Mauerbiene (Osmia cornuta) erzählen.

Bild aus einer Bestimmungshilfe für Insekten.

In Deutschland gibt es ungefähr 550 verschiedene Wildbienenarten. Im Gegensatz zu den Honigbienen leben viele Bienenarten allein, also ohne Hofstaat. Es gibt also keine hilfreichen Arbeiterinnen, sondern Männchen und Weibchen, von denen nur die Weibchen Nestbau und Brutpflege betreiben.

Die Gehörnte Mauerbiene ist eine typische Einsiedler- oder Solitärbiene. In Deutschland ist die Art weit verbreitet und auch in Städten und Dörfen häufig zu sehen. Sie nisten gerne in Hohlräumen wie Mauerritzen, Löchern und Ritzen im Wandverputz oder eben in Bienenhotels mit Röhrchen

Nisthilfe erhältlich bei Bernd Lüter


Bernd Lüter beschreibt die Brutpflege dieser Biene:

Direkt nach der Paarung sucht sich das Weibchen einen geeigneten Hohlraum zum Nisten. Es beginnt mit dem Bau von Brutkammern aus Erde und Lehm. In jeder Kammer sammelt sie ein Häufchen aus Pollen und Nektar. Ist das Häufchen groß genug, legt sie ein Ei darauf, verschließt die Kammer und baut die nächste.

Nach 3-4 Tagen schlüpft aus dem Ei die Bienenlarve. Diese ernährt sich einige Wochen lang vom Pollenvorrat.

Ist der Vorrat aufgebraucht, spinnt sie sich in einem Kokon ein.

Im Kokon entwickelt sie sich im Laufe der nächsten Wochen zur vollentwickelten Biene. Die Entwicklung ist etwa im August / September abgeschlossen.

Die nächsten Monate überdauert die Biene in einer Art Winterschlaf und schlüpft im darauffolgenden Frühling als neue Generation Gehörnter Mauerbienen.

Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta)

Einen ähnlich Ablauf der Entwicklungsstadien beschreibt Bernd Lüter auch für die Rote Mauerbiene (Osmia bicornis). Diese Wildbiene ist Insekt des Jahres 2019.

Die verschiedenen Wildbienen-Arten sind emsige Pollensammler und bestäuben bei dieser Tätigkeit eine Reihe von Nutzpflanzen. Ihre Bedeutung wird in einem Forschungsprojekt der Universität Würzburg erforscht. Dazu werden Nisthilfen aus Bündeln kurzer Schilfhalme auf landwirtschaftlichen Nutzflächen aufgestellt und untersucht, ob sich die Anzahl der Wildbienenarten nachhaltig steigert.

Ein ähnliches Bündel Schilfhalme ist nun auf unserem Balkon angebracht. Ein Gitter soll neugierige Meisen davon abhalten, die Röhrchen herauzuziehen. Wir sind gespannt, wie gut diese neue Herberge angenommen wird.

Einen Monat später sieht man schon die Bauarbeiten.